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Vor ungefähr zweieinhalb Jahren hat Pascal die Elo 2200 überschritten, mit dem ehrgeizigen Ziel, (mindestens) den FM-Titel zu erreichen. Wenige Monate später stand schon die 2267 in dem FIDE-Profil und der Titel war in kürzester Zeit zum Greifen nahe. Doch wie das im Schachleben sein kann, gibt es Phasen mit tollen Partien und Phasen, wo einem das Pech am Springer (oder an welcher Figur auch immer) klebt. Und so waren es im August 2025 „nur“ noch 2195 Elo-Punkte. „Nur“, wenn man den FM-Titel anstrebt. Es folgte ein starker Herbst mit dem Finale der DSAM, dem NRW-Viererpokal, dem Turnier in Gütersloh und den Partien der NRW-Liga. Nach dem überragenden Turnier in Brühl und einem weiteren Erfolg mit der NRW-Liga-Mannschaft war das Ziel greifbar. Das Schloss-Open in Werther das Grenke-Open in Karlsruhe – da ist doch was möglich… Vorher stand noch die Entscheidung an. Das Turnier in Werther oder die NRW-Blitzeinzelmeisterschaft. Leider hat Schach NRW einen ungünstigen Termin für das NRW-Blitzen gewählt und die Ausschreibung kam zudem sehr spät, sodass Pascal in Werther mitspielte, dort hatte er sich bereits angemeldet. Und tatsächlich, mit einem Sieg in Runde 5 beim Schloss-Open gegen FM Dr. Axel Scheffner (der hat schon den von Pascal ersehnten FM-Titel) hätte es knapp reichen können. Im 13. Zug schlägt Schwarz dann auf f2 und die Computeranalyse schießt hoch – Gewinnstellung für Weiß. Man muss es jetzt „nur“ noch sehen.

Beim 19. Schloss-Open in Werther waren acht Bünder am Start. In den Gruppen A bis D waren wir jeweils mit zwei Spielern vertreten. Die A-Gruppe spielt in Werther sieben Runden an vier Tagen, währen die anderen Gruppen fünf Runden an drei Tagen spielen. Die Gruppe A war dieses mal gut besetzt, aber in der Spitze nicht so gut wie in den Vorjahren. Das hing vielleicht mit dem zeitgleichen Turnier in Münster zusammen, da hatte der stärkste Spieler eine Wertungszahl von über 2500. Damit ging Pascal vom Setzlistenplatz 1 ins Rennen. Nach einem überzeugendem Sieg in Runde eins folgten am Freitag zwei Remispartien. Drei Siege am Stück brachten Pascal nicht nur zurück auf Platz eins, sondern ganz nebenbei auch eine virtuelle Elo von über 2300. Damit kann Pascal einen FM Titel beantragen. In der letzten Runde reichte Pascal ein Remis zum Turniersieg, aber ein Reihe „spannender“ Züge brachte eine Niederlage und Platz 2 in der Abschlusstabelle, was immer noch ein gutes Preisgeld bedeutete. Tim erwischte kein so gutes Turnier, zwei Remis nach vier Partien. Da Tim aus dem Turnier ausstieg, blieb es bei dem einem erspielten Punkt. In der B-Gruppe spielten Jannis und Olli. Jannis ging von Platz 3 aus ins Rennen und wollte seinen guten Lauf in der Verbandsliga fortsetzen. Daraus wurde leider nicht, denn nach zwei Remis zu Beginn folgte eine Niederlage im vereinsinternen Duell gegen Olli. Und wenn es einmal läuft…, sein Gegner in der vierten Runde hatte nicht berücksichtigt, dass es auf Grund der Uhrenumstellung ggfs. zu veränderten Fahrplänen bei den Öffis kommt. Damit gewann Jannis kampflos. Ein Sieg in der letzten Runde brachte dann Platz 12. Olli hatte in allen Runden deutlich stärkere Gegner, das lag auch daran, dass er direkt in Runde eins mit Schwarz gegen einen stärkeren Spieler gewinnen konnte. Nach dem bereits erwähnten Sieg im Spiel gegen Jannis war Olli mit zwei aus drei richtig gut dabei. Leider blieb es bei zwei Punkten aus fünf Runden, trotzdem wird das ein deutliches DWZ-Plus bedeuten. Milas und Markus spielten in der C-Gruppe mit. Samstag Abend hatte Milas nach drei Runden 2,5 Punkte auf der Habenseite und spielte sogar am dritten Brett. Wie bei Olli war auch bei Milas der Sonntag nicht von erfolgt gekrönt und er verlor die beiden letzten Runden. Markus hatte eine Herkulesaufgabe zu bewältigen. Der „schwächte“ seiner Gegner hatte 250 DWZ-Punkte mehr. Am Ende reichte es bei Markus für 1,5 Punkte Auf Platz 4 und 12 standen Robin und Harald in der Startrangliste der D-Gruppe. Mit jeweils drei Punkten nach fünf Runden hatten sich beide sicherlich etwas mehr erhofft. Robin wurde 24ster und Harald kam auf Platz 31.

Am vorletzten Spieltag der Verbandsklasse stand für Bünde 3 das undankbare Auswärtsspiel im 85 Kilometer entfernten Höxter an. Mit einem Platz im Tabellenmittelfeld sollte an diesem Spieltag am besten ein Sieg her, um endgültig aus dem Abstiegskampf heraus zu sein. Das erste Ergebnis stand früh am vierten Brett bei Mannschaftsführen Phillipp Spaeth fest. Der Spieler der Heimmannschaft nutzte den Vorteile der weißen Spielsteine, um von Anfang an auf Angriff zu spielen, konnte jedoch aufgrund von Phillipps solider Verteidigung keinen nennenswerten Vorteil erzielen sodass die Spieler sich nach einer größtenteils ereignislosen Partie im 19. Zug auf ein Remis einigten. Oliver Schlüter hat sich in der Eröffnung nicht gut aufstellen können und verlor am Übergang ins Mittelspiel durch eine Taktik seines Gegners eine Figur. Im weiteren Verlauf versuchte er, ein wenig Gegenspiel am Königsflügel aufzubauen, was sein Gegner jedoch verteidigen und daraufhin seinen Vorteil entscheidend nutzen konnte. Für den ersten Sieg sorgte anschließend Matts Struckmeier am Spitzenbrett. Sein Gegner stellte einige Figuren am Damenflügel für einen Angriff bereit, den Matts jedoch mit seinen Bauern im Keim ersticken konnte. Das Ergebnis war eine Figurenmehrheit auf der anderen Seite des Brettes, wo der Bünder den unrochierten schwarzen König extrem in Bedrängnis bringen konnte. Damit die Stellung nicht komplett zerbricht, sah sich sein Gegner gezwungen, eine Qualität zu opfern. Dies war jedoch vergebens und Matts konnte eine weitere Figur gewinnen. In einer bald folgenden forcierten Zugfolge zum Matt gab sein Gegner nun auf, wodurch die beiden Mannschaften nun wieder gleichauf waren. Roman Vogt musste sich zu Beginn gegen einen Angriff am Königsflügel verteidigen und geriet in eine schwierige Stellung. Er schaffte es jedoch, einen Turm zu tauschen und den Angriff größtenteils zu neutralisieren, wodurch er sogar zwischenzeitlich einen geringen Vorteil erzielen konnte. Daraufhin folgte ein Abtausch der verbleibenden Figuren, welcher Romans König jedoch etwas zu weit entfernt auf der achten reihe zurückließ. Mit nur noch vier Bauern pro Seite war der gegnerische König einfach schneller, um einen Freibauern zu schaffen und zu eskortieren, sodass die resultierende Dame das Spiel zugunsten Höxters entschied. Ersatzspieler Tim Maiwald konnte gegen seinen 400 DWZ-Punkte stärkeren Gegner an Brett 8 lange gut mithalten und fand sich in einem größtenteils ausgeglichenen Endspiel wieder. Hier geriet er jedoch ein wenig unter Druck und opferte eine Figur, um sich zwei verbundene Freibauern zu schaffen. Diese stellten sich jedoch leider nicht als stark genug heraus, sodass Tim nach einem Gegenangriff seines Kontrahenten in Nachteil geriet und die Partie verloren geben musste. Besser lief es zunächst bei Luca Schimmel, der seinen Gegner in der Eröffnung ausspielen konnte und früh zwei Bauern gewann. Unglücklicherweise setzte sich bei ihm das Muster mit der Figur weniger fort, da er einen Abtausch nicht bis ganz zum Ende durchrechnete und einen Springer verlor. Dies war jedoch noch kein Grund aufzugeben, da er die Mehrbauer schnell und aktiv ins Spiel bringen und sich zwischenzeitlich Kompensation in Form von drei verbundenen Freibauern verschaffen konnte.

U10 Doppelspieltag in der Verbandsklasse und wir waren die ersten, die die frisch renovierte Mensa in der Anne-Frank-Gesamtschule in Gütersloh nutzen durften. Vorweg sei gesagt: Wir haben uns größte Mühe gegeben, dass nach unserem Besuch die Mensa nicht direkt wieder renoviert werden muss :-). Das haben wir sehr gut gemacht. Sehr gut gemacht haben wir es nicht unbedingt im ersten Spiel gegen Gütersloh. Richard kam nicht zur Rochade, verlor die Dame und danach die Partie. Auch Emma hatte nach der Eröffnung einen Bauern weniger und der Gegner konnte mehrfach zwei Leichtfiguren für den Turm gewinnen. Dann konnte Emma die Dame gewinnen – allerdings gegen eine Menge Material: Turm, Springer und zwei Bauern. Und hier setzte Emma dann mit Schwarz sehenswert Matt:

Am 8. Spieltag der Bezirksliga sicherte Bünde IV mit einem 5,5 : 2,5 Heimsieg über Kirchlengern II den vorzeitigen Klassenerhalt. Den Grundstein zum Erfolg legte Mannschaftsführer Bernd Holtmeier. Bereits nach 15 Minuten zwang er seinen Gegner zur Aufgabe, der in eine Eröffnungsfalle tappte. Dann folgten Remis Partien von Axel Vahle und Meik Struckmeier. Es war noch keine Stunde gespielt, da erhöhte Joachim Dinter die Bünder Führung. Er hatte leichtes Spiel, da Kirchlengern an den hinteren Brettern ersatzgeschwächt antrat. Als Hans-Joachim Soll Remis spielte, fehlte nur noch ein Punkt zum Mannschaftssieg. Und diesen Punkt holte Friedel Josting, mit 94 Jahren der Älteste im Team. Die unnötige Niederlage vom Jugendlichen Milas Palm am Spitzenbrett war somit nicht spielentscheidend. Er konnte leider die Siegesserie von Ralf Bohm nicht stoppen, was nach anschließenden Analysen durchaus möglich war. Den Schlusspunkt nach 2 Stunden setzte Harald Schleef. Im Turmendspiel hatte er etliche Mehrbauern und einen davon konnte er in eine Dame umwandeln. Am letzten Spieltag am 19.04.26 können die Bünder befreit aufspielen im Auswärtsspiel gegen Hücker-Aschen II.

Robin, Felix, Julien und Leandro spielten mit der U16 am letzten Spieltag der Verbandsklasse gegen Brackwede. Julien brachte die Bünder in Führung, nachdem er am Königsflügel Material gewinnen konnte und mattsetzen konnte. Am vierten Brett stand Leandro lange Zeit leicht angenehmer. Im Bauernendspiel ergab sich dann eine Gewinnmöglichkeit, diese ließ er aus und hatte einige Züge später Glück, dass auch sein Gegner den Gewinnzug nicht gefunden hat. Am Ende standen nur noch zwei Könige auf dem Brett. Remis. Robin hatte am Spitzenbrett ein Dame-Läufer-Endspiel. Dort gewann er einen Bauern, konnte Material tauschen und im Bauernendspiel gewann er souverän zur 2,5:0,5-Führung. Die längste Partie spielte Felix. Er stand dabei lange besser, verlor dann eine Qualität, jedoch hatte er dafür drei Bauern mehr und das reichte aus, um den Sieg zu sichern. Mit diesem 3,5:0,5-Sieg sind wir in der Endtabelle auf Platz drei, hinter Bielefeld und Herford. Mit 5 aus 6 war Julien diese Saison der erfolgreichste Bünder.

Die Ausgangslage vor diesem Spieltag war klar. Die Bünder Zweitvertretung benötigte einen weiteren Sieg für den anvisierten Aufstieg und die Mannschaft von 2hoch6 Bielefeld benötigt noch ein paar Punkte für den Klassenerhalt. Mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf ließ sich also die Favoritenstellung gar nicht diskutieren. Bünde musste einen Auswärtssieg einfahren. Nach Eintreffen im Spiellokal an diesem sonnigen Sonntag und mit Blick auf die Spielberichtskarte wurde dann auch schnell klar, dass alles andere als ein klarer Sieg eine Überraschung und Enttäuschung wäre. Während Bünde mit der bestmöglichen Aufstellung angereist war, konnte Bielefeld keine acht Spieler an die Bretter bekommen. Somit durfte nicht jeder angereiste Bünder überhaupt ans Brett. Mannschaftsführer Tobias Maiwald (Brett 3) und Mattias Tiedemann (Brett 8) mussten ohne Gegner auskommen und so lag Bünde bereits bei Spielbeginn durch diese kampflosen Siege mit 2:0 vorne. An den anderen Brettern ging es dafür bereits schnell zur Sache und es taten sich einige interessante Stellungen auf. Als Zuschauer hätte man zu Beginn meinen können, dass sich die beiden Spitzenbretter vorher auf eine identische Partieeröffnung geeinigt haben. Doch während Kiril am ersten Brett in der skandinavischen Eröffnung als weißer Spieler bereits nach zehn Zügen eine Stellung von Plus 6 auf dem Brett hatte, musste Ralf am zweiten Brett mit Schwarz um den Ausgleich kämpfen. Doch dazu später mehr. Nach etwa anderthalb Stunden konnte Tim Kröger seine Partie nach einem schönen Offensivfeuerwerk zum erfolgreichen Ende führen. Er bestätigte damit seine gute Form in dieser Saison. Ein ungefährdeter Sieg und bereits das 3:0 für Bünde. Den nächsten Sieg konnte Ralf beitragen. In einer etwas freundlicheren Stellung für seinen Gegner stellte dieser einzügig eine Figur ein und Ralf nahm dies Geschenk dankbar an. Kurze Zeit später gaben Uli und Reiner ihre ausgeglichenen Stellungen Remis und damit war der Mannschaftssieg bereits perfekt. Kiril konnte seine zwischenzeitlich deutlich bessere Stellung letztlich ungefährdet in ein gewonnenes Endspiel abwickeln. Eine weitere souveräne Vorstellung von ihm. Zuletzt spielte nun noch Jannis. Nach einer insgesamt ausgeglichenen Partie konnte er am Ende zeigen, dass ein Turmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern durchaus auch ganz „einfach“ gewonnen werden kann. Man muss nur die richtige Idee erkennen und letztlich auch umsetzen. Endstand 7:1 für Bünde. Auf dem Papier eine starke Vorstellung, aber leider auch ein weiterer Hinweis auf die Probleme von vielen Mannschaften überhaupt acht Mann an die Bretter zu bekommen. Aus sportlicher Sicht sehr schade. Bei noch zwei ausstehenden Mannschaftskämpfen ist bei einem weiteren Sieg im nächsten Heimspiel gegen die Zweitvertretung der Herforder der Aufstieg nicht mehr zu verhindern.

Bereits vor sechs Wochen führte uns die Fahrt in der NRW-Liga nach Bonn. Dieses Mal zum VdSF Bonn, dem „freundlichen Schachverein in Bonn“ (so steht es auf deren Homepage). Und es war in vielfacher Sicht eine knappe Kiste und das begann schon auf der Hinfahrt. Sechs der acht Bünder hatten sich entschieden, auf Grund der langen Anreise bereits am Samstag loszufahren und damit wir nicht mit zwei Autos fahren mussten, haben wir uns ein größeres Auto ausgeliehen. Dafür hat uns das VW Autohaus Schnieder aus Herford einen 7-Sitzer zu sehr fairen Konditionen zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung!